Freitag, 23. April 2010

Morocoy National Park

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Es hatte schon seit 3 Tagen in Naiguata durchgeregnet, was etwas ungewöhnlich für die Jahreszeit ist. Bei diesem Wetter machten wir uns auf den Weg nach Chichiriviche, den Ort von dem aus man sehr gut den Morocoy National Park erreichen kann, in der Hoffnung, dort die Sonne zu erhaschen. Wir kamen im Dunkeln an, noch kein Hostel gebucht, sondern nur die Info von einer Freundin dass die Posada Alemana ganz gut sei. Wir laufen in den nächst besten Laden, um zu fragen, wo sich diese Posada befinde. Währenddessen hält draußen ein Wagen. Der befragte Mann fängt an zu erklären und meint dass es recht weit zu laufen ist, da hellen sich seine Augen auf. Wir drehen uns um und stehen vor Monica, der Leiterin der Posada. Was ein Zufall! Sie hat uns gleich eingepackt und ein Zimmer versorgt.

Der nächste Morgen war immer noch sehr Wolken verhangen und die Posada stand im Erdgeschoss komplett unter Wasser. Doch wir beschlossen einen Bootstrip zu machen zu den Mangroven und wenn sich das Wetter hält zu einer der Inseln. Und los ging es. Zu sehen gab es Seesterne,

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Indio-Malereine von vor 1000enden von Jahren, sowie eine ihrer Höhlen.

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Da sich das Wetter hielt, setzte uns der Bootsfahrer auf dieser hübschen kleinen Insel ab: Cayo Peraza

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Nach 1,5 Std. baden, Sonne tanken und 1000enden von Fotos schießen, ging es weiter. Vorbei an Cayo Muerto, da das Wasser da so still ist wie der Tod, hin zur Cayo Sal auf der es einen Salzsee gibt. Daher der Name.

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Auf dieser Insel waren wir nicht allein. Wir deutschen Europäer wurden begafft wie Affen im Zoo von “Kautschuk behafteten” Venezolanern. Kautschuk werden hier die “Love Handels” oder “Schwimmringe” genannt, die der Großteil der Venezolaner mit sich rumschleppen. Das Schöne ist, dass dicke Menschen hier nicht von der Gesellschaft argwöhnisch betrachtet werden, so wie bei uns. Wenn doch wäre die Gesellschaft in 2 Teile geteilt. Die Schlanken (operiert oder nicht) und die Fetten. Das Gute ist, Mann steht auf Kautschuk.

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Der nächste Tag begann wieder sehr wolkenverhangen. Doch wir wollten unbedingt auf Cayo Sombrero, die angeblich schönste Insel des National Parks. Da 2 Deutsche, die wir kennengelernt hatten dort tauchen wollten, teilten wir uns kurzerhand das Boot und los ging es, Klappe die 2.

Na 20 min. recht hohem Seegang und klatschnass kamen wir an, wo wir hin wollten. Das sind Christin (meine langwierige Begleiterin auf vielen Reisen) und Ich tropfnass, aber heilfroh noch am Leben zu sein ;)

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Und da warteten auch schon wieder türkisblaues Wasser, weißer Strand und ein paar verlassene Palmen auf uns. Ein Traum!

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Später kamen ein paar Venezolaner hinzu. Das lustige bei denen ist, die sitzen den ganzen Tag so im Wasser, immer mit einem Becher voll Cuba Libre oder einer Dose Bier in der Hand. Dementsprechend dicht sind die dann auch am Abend.

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Noch etwas später kam sogar die Sonne heraus und sorgte für etwas mehr Farbenpracht. Wir waren auch Schnorcheln, was eigentlich ganz schön war. Nur waren die Korallen sehr zerstört. Das einzig bunte waren ein paar Fische.

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Beim Tauchen sah das angeblich nicht viel anders aus. Es bestand vielmehr daraus den Müll unter Wasser aufzusammeln und nach oben zu bringen. Die Venezolaner und ihr Müll-(un)-Verständnis.

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Trotz allem war es sehr schön und die Sonne reichte für einen weiteren Sonnenbrandt. Mit Wolken verhangen sind die Strahlen doch immer noch sehr stark.

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Weitere Fotos von den Inseln gibt es hier:

Faszination Avilà

Notwendiges mit Angenehmen verbinden ist ein tolle Sache. Also waren wir zusammen im Avila unterwegs. Das ist der National Park für den ich das Konzept von Eco-Guides entwickle und der genau vor meiner Haustür liegt. Wir haben uns also mit einer Person getroffen, die ich schon interviewt hatte und die hat uns einen Fluss hinauf geführt, bis zu einem Wasserfall unter dem ein wunderschöner Pool lag, der Lust zum reinspringen und abkühlen machte.

el camino suige por los rios

Zu Beginn hatten wir noch die Schuhe an.

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Doch dann wurde es immer nasser und nasser und da ging es barfuß weiter. Für mich auf jeden Fall…

vamonos!

Wir liefen gar nicht so lang. Maximal 45 min. und da waren wir schon da. Hinter dieser Flussbiegung liegt der Wasserfall idyllisch und abgelegen.

kasih llegaremos

Björn springt gleich ins kühle Nass :)

el aqua esta suficiente profundo para lancar 

Ich dusch unter dem Fall. Herrlich erfrischend!

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Orinoco Delta

Das Orinoco Delta war eine ganz andere und ebenso faszinierende Erfahrung als die Gran Sabana. 80% des Deltas sehen so aus:

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Die restlichen 20% sind Regenwald und Fluss. In diesem Gebiet des Deltas waren wir in einer Eco-Lodge untergebracht, die etwas ganz besonderes war. Das war unser Weg zu unserem Zimmer. Ein Steg durchs Grün, fehlte nur das Wasser…

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Unser Zimmer, quasi ein mit Blättern bedecktes Hüttchen.

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Unsere Tür: kein Schloss, kein Riegel… ausgeraubt wurden wir nicht.

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Unser Zimmer mit unserem Bett. Simple, völlig ausreichend und ein einmalig schönes Erlebnis…

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Unser Blick aus dem Zimmer. Keine Scheibe im “Fenster”, pure Natur und dazu die Geräuschkulisse…

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Das was der Aufenthaltsraum, Essraum, sowie Küche der Posada.

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Die ganze Posada stand auf Stelzen. Wir kamen an und dachten schon, dass auch hier die Trockenzeit seine Spur hinterlasse. Die Wurzeln standen fast 2 Meter aus dem Wasser heraus und baten einen tristen Anblick. Doch als wir von unserem ersten Nachmittags-Trip zurück kamen, war der Wasserpegel auf normalem Level. Das lag daran, dass das Flusssystem hier vom Meer abhängig ist und daher auch Ebbe und Flut vorherrschen.

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Unsere Tage waren gespickt mit BootsTouren. Einmal mit einem Motorboot und zum anderen, viel schöner, mit einem Einbaum-Kanu so wie hier auch die Indios unterwegs sind. Piranha fischen waren wir. Björn hatte gleich beim ersten mal einen an der Angel. Bei mir waren alle guten Dinge 3 und dann hing einer dran. Viel Fleisch ist an den Tieren nicht dran, aber die Zähnchen sind schon beeindruckend.

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Wir sind die Flüsse entlang zu Indio Dörfern gefahren und haben einen Einblick in das Leben der Indios erhalten.

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Des Weiteren waren wir eine Büffel-Farm besuchen.

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Außerdem haben wir eine Dschungelwanderung gemacht. Das dauerte nicht mehr als eine halbe Stunde, aber das hat von der Anstrengung her auch gereicht. Mit Gummistiefeln ging es quasi knietief durch Matsch, Moskitos und Gestrüpp. Das Wasser aus den Lianen schmeckt super und hat irgendwie Ähnlichkeit mit Cocosmilch. Wahnsinn wieviel aus denen raus kommt!

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Sehr interessant waren wieder die Indios. Sie verstehen keine Spanisch. Jakera (wie auch immer das geschrieben wird) ist ein Wort für: Hallo! Gut! Auf Wiedersehen! und einiges mehr. Also eine ganz andere, eigene Sprache.

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Die Indios sind immer noch in ihren Einbaum-Kanus unterwegs, keine Motorengeräusche zu hören von Motorbooten. 

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Sie schlafen in ihren Hängematten, leben vom Fischfang, Verkauf von Papageien und den Körben die sie flechten. Außerdem trinken sie angeblich keinen Tropfen Alkohol, weder rauchen sie.

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Mehr Fotos gibt es in diesem Album:

La Gran Sabana

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Die Gran Sabana ist vor allem bekannt für ihre größte Attraktion, den Salto Angel, der höchste Wasserfall auf der Welt mit einem Fall von fast einem Kilometer. Wir haben dieses Spektakel ausgelassen, da wir in der trockensten Zeit dort waren und der Wasserfall nur ein Rinnsal war. Das Geld für den Flug dahin war es uns dafür nicht Wert.

Die Gran Sabana ist ein Hochplateau ( das sieht man auf dem obigen Fotos) mit einer Höhe von ca. 1500m und bildet damit den Canaima National Park. Von diesem Hochplateau aus ragen die Tepuis in die Höhe. Die wohl ältesten, interessantesten und größten Steinformationen der Erde (neben dem Ayers Rock?). Interessant, da das Leben der Flora und Fauna auf deren Oberfläche ganz anders aussieht als unten in der Sabana. Schon allein auf dem Weg von unten hinauf auf das Hochplateau hat sich die Landschaft sowie die Flora sehr verändert. Die Gran Sabana ist also bekannt für Tepuis und viele Wasserfälle (die alle noch Wasser hatten) und die Pemon Indianer.Außerdem überquerten wir die Grenze nach Brasilien. Aber dazu später…

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Wir waren mit einem weiteren Pärchen unterwegs, die auf einer 6-monatigen Honeymoon Reise durch Süd- und Mittel-Amerika sowie Afrika sind. Angefangen in Venezuela. Die beiden waren super Begleiter. Ich hoffe, wir sehen uns eines Tages wieder. Wer weiß, vielleicht sogar in Bondi Beach, Sydney, wo sich die beiden ein Heim mit Familie aufbauen wollen. Viel Spaß auf eurer weiteren Reise & Take care!

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Der Weg zu dem ersten Wasserfall führte uns 48 km über ein Dirt-Road (unbefestigte Straße) zu einem Pemon Dorf das direkt an einem Fluss lag. In dem Dorf stoß einer der Indios auf unsere Gruppe, um als Guide zu fungieren. Uns viel gleich auf wie klein die Pemons sind. Keine 1,50m würd ich sagen. Unser eigentliche Guide fragte ihn, ob den die Wasserpumpe, die die Regierung dem Dorf vor 2 Jahren gestellt und installiert hatte, denn nun endlich wieder funktioniere. Man lebe wohl schon fast wieder ein Jahr ohne fließend Wasser. Die Indios schimpfen, aber zu stören scheint sie es nicht. Die Pumpe funktioniere immer noch nicht, ist die Antwort. Warum? Man versaufe lieber das Geld, als es zusammen zu legen und die Pumpe reparieren zu lassen. Außerdem wäre das die Aufgabe der Regierung. Sie habe das Ding gebracht, nun solle sie es auch wieder reparieren.

Schon komisch. Das Geld wäre in der Kommune vorhanden, aber man investiert es lieber in Alkohol. Back to the roots also. Im Grunde kennen die Indios es ja nicht anders und so haben sie wenigstens etwas zu schimpfen.

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Auf dem Fluss rasten wir mit einem Motorboot ca. 20 min. entlang und nach weiteren 10 min. zu Fuss erreichten wir den Wasserfall Aponwao. Auf der Fahrt wurde uns bewusst, wie trocken es sein musste. Der Wasserspiegel war mindestens 1,50m niedriger als sonst. Das konnte man an den Rändern sehen.

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Das ist der höchste Wasserfall in der Gran Sabana abgesehen vom Angel Fall mit fast 200m. Immer noch beeindruckend wie ich finde, trotz des wenigen Wassers.

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Nach diesem Anblick kletterten wir einen schmalen Pfad hinunter, um den Fall von unter zu bewundern und weiter zum “Pool der Liebenden” zu laufen.

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Das obligatorische Sprungfoto ;) und eines meiner Panoramas…

Die “Pozo de los Amorados”

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Zurück im Dorf verkauften die Pemonfrauen Schmuck, Traumfänger und wir bekamen das leckerste gebratene Hühnchen Venezuelas zu Mittag serviert. Mit Honig zubereitet. Auf meine Frage hin, ob die Pemons selber den Honig herstellen, gab es eine bejahende Antwort mit einer Geschichte dazu. Eine Produktion musste angeblich wieder eingezogen werde, da Bienen Blumen mit betäubender Wirkung bestäubt hatten. Auf jeden Fall sei einer der Honigliebhaber, nach dem Genuss von dem Honig, umgekippt.

Magic Honey ;)

Danach gab es viele weitere Wasserfälle, die Ihr euch alle in diesem Album anschauen könnt. Wir waren darin schwimmen, sie erklimmen, untertauchen und was man sonst noch so macht….

(kommt bald)

Angekommen bei den Tepuis, das sind die Berge im Hintergrund. Der wohl bekannteste ist der Roraima, den man innerhalb eines 6 Tagetrips besteigen kann. Wie man eventuell sehen kann sind die Formationen um einiges größer als der Ayers Rock in Australien.

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Und wieder ein Panorama… Ganz Rechts ist der Roraima zu sehen.

Ich möchte noch ein paar Worte zu den Pemon Indios schreiben. Wir hatten leider nicht viel Kontakt zu ihnen, aber ich habe mich mit unserem Guide über sie unterhalten. Seine Sicht über die Indios war recht negativ. Faul, engstirnig und sehr eigen in allem was sie tun. Die Wasserpumpe war ein Beispiel. Ein anderes sind Landschaftsbrände die uns die ganze Zeit begleiteten. Klar es war Trockenzeit. Aber der Guide meinte, das selbst die Pemon-Kinder auf dem Rückweg von der Schulde mit Feuer die Sabanaflächen anzündeln, die natürlich gleich Feuer fangen. Es scheint in der Kultur verankert zu sein. Das ist die Entschuldigung. Dass wir auf der ganzen Reise kaum einen Vogel gesehen haben, geschweige denn anderes Getier, läge am vielen Jagen. In der Näher der Indio Dörfer gäbe es keine Tiere mehr, da sie alles überjagten. Außerdem jage man mit Feuer, um die Tiere in eine gewisse Falle zu jagen und sie dort einfacher zu erlegen. Wieder die Kultur. Da muss man schon weit in die Sabana hinein, um auf Tiere zu treffen. Wie weit die Weißen daran beteiligt sind, wird nicht verraten.

Und am letzten Tag kamen wir dazu brasilianische Luft zu schnuppern. Auf dem Weg dahin fuhren wir an einer kilometerlangen Schlage von wartenden Autos vorbei, alle in der Hoffnung noch etwas von dem billigen venezolanischen Sprit abzubekommen.

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Für Brasilianer wird er zum 3-fachen Preis verkauft und trotzdem ist er noch um vieles billiger als in Brasilien.

Hier ein Beispiele was eine Tankfüllung für einen Venezolaner kostet: Keine 4 Bolivares (ca. 50 Euro-Cent!) für 51 Liter. Kaum zu glauben aber wahr.

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Drüben in Brasilien kauften wir keine Souvenirs, aber Zucker, da es den grad in Venezuela nicht gab, genauso wenig wie Kaffee oder Pan (das Maismehl aus dem man hier die Arepas macht und somit überlebenswichtig ist).

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Was man sich natürlich nicht entgehen lassen darf ist ein echter Caipi. Den haben wir uns dann auch gegönnt. War echt gut!

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Dann noch eine Nacht in einer wunderschönen Posada (auch deutsch geführt) in Santa Elena. Das tollste waren die kleinen Dalmatiner Welpen. Hätt am liebsten einen mitgenommen… Der hier hatte ein blaues und ein braunes Auge: mein Liebling :)

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Und dann ging es die fast 800km der letzten Tage wieder zurück nach Ciudad Bolivar. Die Fahrt war unendlich lang, aber wir haben sie überlebt. Die Tage waren toll, auch wenn ich gehofft hatte, wir würden etwas näher an die Tepuis heran kommen. Aber dafür werden wir nochmal herkommen dürfen, auch um den höchsten Wasserfall der Welt bestaunen zu dürfen.

Donnerstag, 22. April 2010

Ciudad Bolivar

Unser erster Trip führte uns mit dem Nachtbus nach Ciudad Bolivar, was unsere “Zentrale” für die Gran Sabana sowie das Orinoco Delta war. Untergebracht bei einem deutschen Posada-Besitzer etwas außerhalb der Stadt, waren wir in einem kleinen, strohbedeckten Hüttchen untergebracht. Einen Pool gab es, an dem wir uns unseren ersten Sonnenbrand geholt haben. Herrlich! :)P1020085

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Das Städtchen Ciudad Bolivar an sich ist auch wunderschön. Im kunterbunten Kolonialstil reihen sich die Häuser einen Hügel hinauf. P1020146

Kern der Stadt bildet natürlich der Plaza Bolivar mit seiner Kathedrale.

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Umgeben wird das Städtchen von dem Rio Orinoco, einem Fluss der aus dem Amazonas Gebiet in das Karibische Meer fließt.

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Was Björn die ganze Reise unter vielen anderen Sachen sehr begeistert hatte, waren die alten Autos, bei denen man sich immer wieder fragt, wie die eigentlich noch fahren können, ohne in alle Einzelteile auseinander zu fallen. Ein ganz besonders schönes und gut erhaltenes Exemplar ist dieses:

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Gruß an Nick! :)

Lebenszeichen

Mittlerweile ist es schon Ende April und es sind nur noch 3 Wochen bis ich in den Flieger steige, der mich in die Heimat bringt. In meinem E-Mail Postfach und Facebook sammeln sich die besorgten Nachfragen, ob es mir gut geht, ob ich noch lebe und warum ich mich nicht so lange nicht gemeldet habe. Nun gut, Venezuela ist ein Land das nicht ganz ungefährlich ist, weshalb ich die Sorgen gut verstehe. Aber im Normalfall, wenn ich mich nicht melde, geht es mir sehr gut :)

Mein Liebster ist bei mir. Er ist meine seelische Stütze durch die Höhen und Tiefen des “Bachelor-Thesis-Schreib-Prozesses”, mein Reisebegleiter durch Reisen die mir die Augen für das wunderschöne Venezuela geöffnet haben, die Person die mich immer zum Lachen bringt auch wenn mir danach nicht ist und der Mensch bei dessen Anblick mein Herz schneller schlägt… Genug der Hommage ;)

Wie gesagt, wir waren reisen und daher kaum im Internet.

Derzeit sind wir um so häufiger im Internet um die Neuigkeiten auf der Lufthansa-Website zu verfolgen. Björn sollte derzeit eigentlich schon zurück in Konstanz sein. Aber auf Grund der vulkanischen Aktivitäten wurden bis heute alle Flüge gestrichen. Der jetzige Rückflugtermin ist auf den 26.04 umgebucht. Früher ging nicht ohne 500€ drauf zu zahlen… Nun hoffen wir, dass Lufthanse eine außerordentliche Maschine hier runter schickt, um die Leute hier raus zu holen. Hoffnung besteht, Prioritäten von Lufthansa liegen nicht bei Caracas. Wir werden sehen…

Nun ja soweit der Stand der Dinge. Nun der Reisebericht und Fotos; haben wieder unglaublich viele gemacht :) Es tat so gut einfach mal Tourist in diesem Land sein zu können und die schönen Seiten erleben zu dürfen. Kurz bevor Björn kam, war meine Moral wirklich am Boden, wollte nur noch Heim. Nun geht es mir gut, stürz mich in die Arbeit (viel Zeit bleibt nicht mehr) und genieß das Leben hier…

Mittwoch, 10. Februar 2010

Walfang in Japan

Das Thema Walfang macht derzeit wieder einmal die Runde. Dieses Interview spiegelt die derzeitige Situation in Japan wieder bezüglich dieses Themas. Es macht deutlich, dass die 2genannten Personen internationale Hilfe benötigen. Deshalb lest bitte das Interview und klickt hier um sie zu unterstützen.

Japans Walfänger sind unterwegs - wo bleibt Greenpeace?

Japans Walfänger sind wieder im Südpolarmeer aktiv und viele Menschen mögen sich fragen: Wo ist Greenpeace? Die Antwort lautet: Die Greenpeace-Kampagne gegen den Walfang konzentriert sich derzeit auf Japan selber. Junichi Sato, Leiter der Walekampagne in Japan, spricht im Interview mit seinem deutschen Kollegen Thilo Maack über seine Arbeit.

Greenpeace Kampaigner Junichi Sato hält ein Stück des unterschlagenen Walfleisches.

Thilo Maack: Junichi, wie sieht die Greenpeace-Kampagne gegen den Walfang in Japan aus, woran arbeitet ihr derzeit?

Junichi Sato: Wir haben 2008 die Korruption innerhalb der Walfangindustrie aufgedeckt und die riesige Last, die sie den japanischen Steuerzahlern aufbürdet. Und wir arbeiten beständig daran, den Menschen klarzumachen, dass das Walfangprogramm beendet werden muss. Mit dem Korruptionsskandal war auch ein riesiger Skandal um geschmuggeltes Walfleisch verbunden.

Ergebnis unserer Arbeit war, dass Toru Suzuki und ich wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs inhaftiert wurden. Demnächst beginnen öffentliche Anhörungen zu unserem Fall. Wir wollen dann die Details des Skandals über das Gerichtsverfahren noch einmal an die japanische Öffentlichkeit bringen.

In Japan hat kürzlich ein Regierungswechsel stattgefunden. Ein wirklicher Wechsel - zum ersten Mal seit 50 Jahren. Die neue Regierung ist fortschrittlicher. Sie hat versprochen, die Korruption in den Behörden, die Heimlichkeiten der Regierung und die Verschwendung von Steuergeldern zu bekämpfen. Die Walfangindustrie verkörpert dies alles. Darum haben wir nach sehr langer Zeit jetzt eine echte Chance, sie in Japan zu stoppen.

Thilo Maack: Hältst du es für die richtige Strategie, die Anti-Walfangkampagne auf die Arbeit in Japan zu konzentrieren und kein Schiff ins Südpolarmeer zu schicken?

Junichi Sato: Ja! Das Walfangprogramm wird von den japanischen Steuerzahlern finanziert. Letztendlich müssen sie die Entscheidung gegen den Walfang mittragen. Die meisten sind nicht für den Walfang, wehren sich aber gegen die Kritik am Walfang. Sie glauben, dass damit die japanische Kultur kritisiert wird.

Wir müssen ihnen zeigen, wie es sich tatsächlich mit dem Walfangprogramm verhält. Dafür müssen wir in Japan und außerhalb Japans aktiv sein. Der Walfleischskandal und das Verfahren gegen Toru und mich sind am besten geeignet, Licht in dieses ökologisch und ökonomisch schädliche Programm zu bringen.

Thilo Maack: Hat sich die Haltung der japanischen Medien gegenüber Greenpeace in den vergangenen zwei Jahren verändert?

Junichi Sato: Leider führt jede Eskalation von Aktivitäten im Südpolarmeer dazu, dass in den Medien für den Walfang getrommelt wird. Und es wird immer schwerer, Botschaften gegen den Walfang dort unterzubringen - besonders wenn die Walfänger aggressiv angegangen werden. Viele Leute sind verwirrt. Sie glauben, dass Greenpeace hinter den Konfrontationen im Südpolarmeer steckt. Allerdings: Langsam ändert sich diese Situation.

Wir haben unsere Kontakte zu japanischen Journalisten und neuen Medienkanälen bedeutend ausgebaut. Sie erkennen jetzt den neuen Fokus unserer Arbeit. Auch das Verfahren gegen uns hat den Blick der Medien und teilweise der Öffentlichkeit auf das Walfangprogramm verändert. Manche fragen jetzt nach dem Nutzen des Programms.

Thilo Maack: Siehst du eine potenzielle Veränderung in der Position der neuen Regierung zum Walfang?

Junichi Sato: Die Regierung ist für den Walfang, aber sie hat versprochen, den Missbrauch von Steuergeldern zu beenden. Da setzen wir an, und das können wir nur hier in Japan tun. Ende vergangenen Jahres hat die Regierung eine Prüfungskommission einberufen. Sie soll unnötige Ausgaben vermeiden helfen. Eines der Budgets, das zu kürzen empfohlen wurde, ist das des Overseas Fisheries Fund. Dieser Fonds hat Verbindungen zum Walfangprogramm.

Die neue Regierung mag pro Walfang sein. Aber sie muss auch nicht gegen den Walfang sein, um zu erkennen, dass dieser schlecht für die Wirtschaft und für das internationale Ansehen ist. Wenn sie ihre Wahlversprechen halten will, kann sie den Walfang hinter den Kulissen beenden. So kann sie ihr Gesicht wahren - in Japan ein wichtiger Faktor.

Thilo Maack: Wann findet euer Gerichtstermin statt?

Junichi Sato: Die gerichtlichen Anhörungen beginnen meistens Mitte Februar. Seit unserer Haft sind schon eineinhalb Jahre vergangen. Trotzdem hat noch keine Anhörung stattgefunden - die Staatsanwaltschaft hat versucht, Beweismittel für den Schmuggel zurückzuhalten.

Thilo Maack: Magst du uns erzählen, wie sich das Verfahren auf dein Privatleben auswirkt?

Junichi Sato: Mein Familienleben ist sehr davon beeinträchtigt worden. In Japan haben wir eine Verurteilungsrate von über 99 Prozent. Das heißt, wenn du inhaftiert und eines Vergehens angeklagt wirst, betrachten dich die Leute als schuldig. Diese Sichtweise haben wir vor allem bei unseren Nachbarn und Verwandten erlebt.

Thilo Maack: Wie können Menschen außerhalb Japans helfen, damit sich die Walfangpolitik in deinem Land ändert?

Junichi Sato: Sie können sich an einer der Mitmachaktivitäten beteiligen, die Greenpeace anbietet. Sie können an Demonstrationen vor japanischen Botschaften teilnehmen, Briefe an ihre Regierungen schreiben, damit diese auf die japanische Regierung einwirken: Japan muss den Walfang beenden und internationale Menschenrechtsabkommen einhalten.

Das Beste ist, sich als Unterstützer der Tokyo Two einzuschreiben und den Fall im Auge zu behalten.